Überleben traditionelle Informationsgüter die Virtualisierung?
Prof. Faltin machte mich auf den äußerst interessanten Dokumentarfilm „Who killed the electric car“ aufmerksam, den man bis vor kurzem auf Google Video umsonst anschauen konnte. Als ich dem Link folgte, bekam ich nur eine sehr pauschale Meldung das Video sei nicht verfügbar.
Erlauben Sie mir diesen Fall zu nutzen um auf die Probleme der klassischen Copyright-Regelungen im Netz aufmerksam zu machen: google musste den Inhalt höchstwahrscheinlich runter nehmen, da er intellectual property Rechte verletzt hat.
Ethisches & praktisches Dilemma: Wer ist schuldig? Der Anbieter des Films (google), der Uploader oder gar Sie als Downloader?
Oder brauchen wir ein neues Copyright und Geschäftsmodelle, die – wie die namhaften Autoren der Magna Carta for the knowledge age es ausdrücken – in einem Raum in dem digtiale Güter „fast ohne Kosten repliziert werden können“ funktionieren?
Zum Einstieg in dieses Thema empfehle ich “Designing Business for an Open World” und grundsätzlich die Creative Commons Lizenzen (http://creativecommons.org/ – “Enabling the legal sharing and reuse of cultural, educational, and scientific works”) von Larence Lessig (http://en.wikipedia.org/wiki/Lawrence_Lessig). Letzterer macht als Autor vor, welche ‚Vermarktungs’-strategien heute erfolgreich sind und wie man intellektuelle Arbeit „crowd-sourcen[1]“ kann. Sein Buch „Code – and other laws of cyberspace“ ist als wiki-online-Buch für Kommentare und ‚Verbesserungen’ für alle Interessierten frei zugänglich (http://codebook.jot.com/WikiHome). So wird sein Buch erstens zur Wissensplattform (die z.b. junge Wissenschaftler nutzen können, um durch intelligente Beitraege auf sich aufmerksam zu machen); Zweitens werden alle, die etwas auf der Plattform geschrieben haben, fuer ‚ihre Publikation’ werben…
Es ist zu früh um die Auswirkungen dieser neuen Herangehensweise abzuschätzen, aber eines steht fest, die spontanste Kritik „viele Köche verderben den Brei und speziell, wenn keine Selektion der Beitraege stattfindet, ist das Niveau bestimmt schwach“ trifft empirisch nicht zu. ‚Offene soziale Systeme’ funktionieren auf erstaunlich hohem Niveau; es scheint, dass (abgesehen von einigen Radikalen und Vandalen) sich die große Mehrheit nur zu Themen äußert, zu denen sie ein/e entsprechend fundierte/s wissen/meinung hat. (Außerdem bedingt wohl auch das Niveau des Textes das Niveau der Leser)
2 Kommentare
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[...] So as I started to describe in one of my last posts (in German), the modes of production, and even more important the definition of what to charge money for in a virtual environment, are proofing to make fundamentally different business models possible and necessary. Authors like the praised Yochai Benkler (commons-based peer production) or the a bit more esoteric Howard Rheingold are describing and thereby to a certain degree framing the rules of this new game. [...]
By A business model is more than a value chain! on 11.17.06 20:27
Zu diesem Thema kann ich folgendes Buch empfehlen:
“Intellektuelles Eigentum im Zeitalter von Digitalisierung und Internet. Eine ökonomische Analyse von Missbrauchskalkülen und Schutzstrategien”
Die Frage nach einer geeigneten Strategie, zum Schutz von intellektuellen Ressourcen wird darin ausführlich behandelt.
By Jan Hachenberger on 12.20.06 08:14
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