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Ansatz - Von der Kunst des Entrepreneurships

Faszination Ökonomie

Für die meisten Menschen erweist sich das Gebiet der Ökonomie, das ihnen in der Praxis als so interessant und spannend erscheint, in der Theorie als trocken und langweilig. Was sie als höchst lebendig erfahren, ist in der theoretischen Darstellung nur mehr ein Leichnam, der seziert wird. Nun fängt man ja auch im Medizinstudium im Anatomiesaal an, kommt dann aber irgendwann zum lebendigen Menschen. Die faszinierende Figur des Unternehmers, wie sie etwa bei Schumpeter überzeugend dargelegt wird, ist durch das Postulat der Gewinnmaximierung ersetzt. Man beschäftigt sich im Studium der Ökonomie daher hauptsächlich mit Mathematik und abstrakten Modellen.

Würde es jemandem einfallen, etwa Sport so zu lehren, dass nur noch das Interesse der Beteiligten, zu gewinnen, analysiert wird? Und dies mit mathematischen Formeln? So, dass im Sportunterricht nicht mehr Wettkampf stattfindet, etwa Handball gespielt wird, sondern nur noch Mathematik? Sie lachen? Was über den Wettkampf der Unternehmen gelehrt wird, ist genau dies: Ausgehend von der Gewinnmaximierungsannahme rücken das Formelhafte, rücken mathematische Modelle in den Vordergrund. Die Begegnung mit dem lebendigen Gegenstand in der Realität findet kaum mehr statt. Ökonomie wird zu Marketing, Finanzierung, Organisation, Buchhaltung und Rechnungswesen. Der Körper wird seziert. Auch andersartige Motive oder die Eigenschaften der beteiligten Personen kommen nicht mehr vor.

Die ausschließliche Betrachtung der Ökonomie unter einem einzigen Gesichtspunkt verkürzt den Gegenstand. Es geht hier nicht darum, ob das Gewinnmaximierungspostulat oder mathematische Formulierungen gut oder schlecht sind. Hier interessiert nur das (ungewollte) Ergebnis, dass die Faszination für das gesellschaftlich so wichtige Gebiet der Ökonomie nicht nur den meisten Studenten abhandenkommt, sondern auch vielen Menschen, die sich in ihm betätigen möchten.

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